Allgemeinmedizin

Der Hausarzt ist heutzutage ein Spezialist in seinem Bereich, der Facharzt für Allgemeinmedizin. 

Im englisch-sprachlichen Raum wird der Facharzt für Allgemeinmedizin als  „specialist for family medicine“ bezeichnet. Dies stellt einen der wesentlichen Unterschiede zu anderen Fachbereichen dar. Während richtungsspezifische Fachärzte sich in einem bestimmten Gebiet spezialisieren, muss der Facharzt für Allgemeinmedizin ein Allrounder sein. Er ist der erste Ansprechpartner für alle Krankheiten und für alle Altersgruppen. Erkennt der Allgemeinmediziner, dass seine Möglichkeiten vor Ort nicht ausreichen um dem Patienten die nötige Hilfe zu bieten, zieht er andere Spezialisten mit ein. Dies geschieht entweder ambulant oder bei Notwendigkeit auch durch eine stationäre Einweisung in ein Krankenhaus.

Die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin dauert, wie in vielen andere Fachbereichen auch, mindestens 11 Jahre und endet mit einer Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.

Die Aufgaben der Allgemeinmedizin beinhalten die erste Diagnostik und Behandlung in den Bereichen der Herz- und Kreislauferkrankungen, Lungen- und chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen sowie weitere hormonelle Störungen, Wundversorgung nach Unfällen wie auch die chirurgische Nachsorge von Operationen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Kinderheilkunde, Infektionskrankheiten und das Impfwesen, HNO- sowie neurologische Krankheiten, psychische Erkrankungen, rheumatologische Beschwerden, geriatrische Versorgung, Betreuung von schwer- und unheilbaren Kranken bis hin zur Sterbebegleitung. 

Auch wenn der Patient im Mittelpunkt der Behandlung steht, darf der Allgemeinmediziner die Familie sowie die weiteren pflegenden Angehörigen nicht vergessen, da sie oft einen wichtigen Teil der Behandlung darstellen. Durch die oft langjährige Betreuung von Familien gewinnt der Allgemeinmediziner wichtige Einblicke in das Privatleben seiner Patienten, was wiederum für seine Arbeit von hoher Bedeutung ist.